Studienfachwahl ohne Qual

Machst du dir Gedanken, was du studieren könntest? Bist du eher mathematisch oder sprachlich begabt? Oftmals kommen bei der Studienfachwahl mehrere Studiengänge in die engere Wahl. Eine Entscheidung fällt selten leicht. Aber ich kann dir helfen, denn ich bin im Netz auf eine sehr aufschlussreiche Studie zum Intelligenz- und Fähigkeitenprofil, welches bestimmte Studienfächer an Studierende stellen, aufmerksam geworden. Auf dem Blog des Discover-Magazines sind die konkreten Ergebnisse veröffentlicht. Ich jedenfalls war bei manchen der Ergebnisse ziemlich überrascht.
Studienfachwahl
Vom Discoverblog stammen auch die beiden Grafiken, in welchen die Werte in einem Koordinatensystem angeordnet sind. Wenn auch du vorhast, ein bestimmtes Studium aufzunehmen, dann lohnt sich ein Blick darauf ohnehin. Aber auch all diejenigen, welche einfach mal nachgucken möchten, was sie mit ihren jeweiligen Stärken studieren könnten, werden fündig.

Mathematische und sprachliche Fähigkeiten
Studienfachwahl
Quelle: Discover-Magazin

In der ersten grafischen Übersicht bildet sich das Koordinatensystem aus folgenden zwei Dimensionen:

  • Mathematische Begabung: hoch – tief
  • Sprachliche Begabung: hoch – tief

Aus der Kombination dieser Dimensionen ergeben sich vier Möglichkeiten, Fächer einzuordnen:

  1. Hohe mathematische und sprachliche Begabung erforderlich
  2. Hohe mathematische und geringe sprachliche Begabung erforderlich
  3. Niedrige mathematische und hohe sprachliche Begabung erforderlich
  4. Niedrige mathematische und niedrige sprachliche Begabung erforderlich

Auswertung der Ergebnisse
Im Ganzen betrachtet zeigt sich, dass die überwiegende Anzahl der Studienfächer im rechten oberen Quadranten zu finden ist. Das bedeutet, dass für die meisten Fächer eine überdurchschnittliche Begabung sowohl im mathematischen als auch im sprachlichen Operieren erforderlich ist. Es sind also vor allem Allrounder, die in diesen Fächern anzutreffen sind, wobei dasFach Physik die höchsten mathematischen Ansprüche und die Fächer der antiken Sprachen die höchsten verbalen Ansprüche an Studierende stellen.

Etwas überraschend mag sein, dass das Fach Wissenschaftsgeschichte sowohl recht hohe mathematische als auch sehr hohe sprachliche Fähigkeiten abverlangt, wobei die hohe Platzierung wiederum dadurch erklärt werden kann, dass beispielsweise Newtons „Principia mathematica“ nicht nur die physikalische Theorie der klassischen Mechanik enthält, sondern auch in lateinischer Sprache verfasst worden ist. Im 18. Jahrhundert war die Sprache der Gelehrten eben immer noch Latein.

Die Fächer, die ich hauptsächlich studiert habe, sind Philosophie und die Literatur der deutschen Klassik. Beide befinden sich im Koordinatensystem relativ weit rechts (hohe sprachliche Anforderungen) und im unteren Drittel höherer mathematischer Anforderungen, wobei ich hinzufügen möchte, dass das Studium der Subdisziplinen Sprachphilosophie und Logik eine Einordnung weiter oben rechtfertigen würde.

Mit höherer mathematischer Anforderung ist ein Fach, für das ich mich autodidaktisch und durch ein Studienkolleg interessiere, verbunden: nämlich die Neurobiologie. Sie ist – mit Abstand – anspruchsvoller als die Fächer Biologie oder auch die kognitive Psychologie, was wohl damit zusammenhängen dürfte, dass im Studium der Neurobiologie sowohl mathematisch-systemisches Verständnis mit vielen aus dem Lateinischen und Altgriechischen herstammenden Begriffen zusammenkommt.

Auf der diagonal entgegen gesetzten Seite finden sich nur wenige Fächer. Das Fach, welches die wenigsten sprachlich-mathematischen Fähigkeiten zu erfordern scheint, heißt „Physical Education“, wobei dort wiederum andere Fertigkeiten eine höher zu bewertende Rolle spielen. Ein bisschen überraschend fand ich, in diesem Quadranten das Fach „Business Administration“ vorzufinden, von dem ich bisher ausging, es würde überdurchschnittliche Anforderungen an die mathematischen Fähigkeiten stellen. Tja, so lernt man eben nie aus.

Wie intelligent sind die Studenten?
Studienfachwahl
Quelle: Discover-Magazin

Die Dimensionen des zweiten Koordinatensystems sind:

  1. Intelligenz: mehr – weniger
  2. Begabung: verbal – mathematisch

Dadurch ergibt sich eine interessante Differenzierung, die insgesamt betrachtet zur Beobachtung führt, dass Fächer, die eine höhere mathematische Begabung erfordern, eher auch eine erhöhte Intelligenz benötigen. Die Spitzenposition im Quadranten „Mehr Intelligenz/Mathematische Begabung“ belegt mal wieder das Fach Physik, gefolgt von mehreren ihrer Subdisziplinen wie der Astrophysik oder der Biophysik.

Im Quadranten „Mehr Intelligenz/Sprachliche Begabung“ belegen die folgenden Fächer Spitzenplätze:

  • Antike Sprachen
  • Wissenschaftsgeschichte
  • Klassische Literatur
  • Philosophie
  • Linguistik
  • Russisch
  • Computerliteratur

Hieraus lässt sich wohl ableiten, dass eine gewisse Korrelation zwischen sprachlich-strukturellen Fähigkeiten und Intelligenzquotient bestehen könnte, besonders in Hinblick darauf, dass das kreative Schreiben mit die höchsten sprachlichen Fähigkeiten, aber weniger einen hohen Intelligenzquotienten zu erfordern scheint.

Im linken oberen Quadranten (sprachlich (+) / intelligent (-)) taucht, wiederum etwas überraschend, das Fach allgemeine Psychologie auf. Erklärbar wird die Vermutung, dass das Psychologiestudium doch etwas anspruchsvoller sein dürfte als das des Lehramtes auf Sekundarstufe 2 dadurch, dass bestimmte Subdisziplinen der Psychologie wie beispielsweise die kognitive Psychologie weiter rechts auf gleicher Höhe gefunden werden kann.

Zusammenfassung: Passende Studienfachwahl

Zusammengefasst kann die Studie bei der Studienfachwahl helfen, sich also ein Studienfach auszusuchen, das den eigenen Begabungen und Fähigkeiten am ehesten entspricht. Obgleich besonders die grafische Aufbereitung eine klare Zuordnung suggeriert, müsste genauer untersucht werden, auf welchen Testkriterien die Ergebnisse beruhen. Dazu findet man auf dem Discover-Blog leider nicht allzu viele Details.
Für eine gute Orientierung bei der Studienfachwahl eignen sich die Ergebnisse aber in jedem Fall.

Jan-Benedikt Kersting

Jan-Benedikt Kersting

Freiberuflicher Bildungscoach bei Creactivity-Solutions
Freiberufliche Tätigkeiten erfordern ein Höchstmaß an Flexibilität und Kreativität. Kombiniert mit fachlicher Kompetenz und Organisationsfähigkeit kann ich auch ihr Projekt ins Internet bringen. Oder sind Sie an Sprachkursen in Englisch und Deutsch interessiert? Dann kontaktieren Sie mich bitte über die Emailadresse: kontakt@bildungsadler.de
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