4 geheime Schlüsselkompetenzen erfolgreicher Schüler

Was steckt eigentlich hinter dem Spruch, dass wir nicht für die Schule, sondern fürs Leben lernen? Auf jeden Fall mehr als es seinem etwas angestaubten Image nach den Anschein hat. Es muss etwas mit der Ausbildung allgemein anwendbarer Fähigkeiten und Fertigkeiten zu tun haben, denn Schule ist in einer begrifflichen Systematik ein Unterbereich des Lebens. Es gilt also, sich auf diejenigen Schlüsselkompetenzen erfolgreicher Schüler zu konzentrieren, die du auch im Alltag anwenden kannst. Wie du deine Schulzeit so nutzen kannst, dass du tatsächlich etwas fürs Leben lernst, verrate ich dir in den vier geheimen Schlüsselkompetenzen erfolgreicher Schüler.

Schlüssel zum Erfolg

Schlüsselkompetenzen erfolgreicher Schüler

Zusammengefasst kommt es darauf an, die Fähigkeit zu lebenslangem Lernen zu entwickeln. Die Europäische Union hat acht Schlüsselkompetenzen für lebenslanges Lernen definiert. Lebenslanges Lernen ist ein Schlüsselbegriff in unserer heutigen Gesellschaft, die sich dynamisch verändert und dadurch die Bildungsidee vor neue Herausforderungen stellt. Es kommt weniger darauf an, irgendein feststehendes Wissen zu erwerben, sondern solche Fähigkeiten und Fertigkeiten auszubilden, die eigenständiges Lernen ermöglichen und fördern.

Liste der Schlüsselkompetenzen erfolgreicher Schüler
In der nachfolgenden Liste habe ich vier Schlüsselkompetenzen erfolgreicher Schüler zusammengestellt. Sie zu kennen, bedeutet einen großen Schritt auf dem Weg der Bildung getan zu haben. Die Schlüsselqualifikationen sind für die Schule aufgelistet, helfen dir aber auch in anderen Lebensbereichen. Ich habe sie nämlich so ausgewählt, dass sie sich einfach übertragen lassen. Das erstaunlichste daran ist, dass sie den wenigsten Schülern klar und deutlich bekannt sind. Du hast also einen echten Kenntnisvorsprung, sobald du die vier geheimen Schlüsselkompetenzen erfolgreicher Schüler begriffen hast und anwenden kannst.

1. Analytische Kompetenz

Die Fähigkeit, analytisch denken zu können, ist ein Erfolgsgarant für viele Schulfächer. Die gute Nachricht lautet: Es kann trainiert werden, so dass jeder Lernende persönliche Fortschritte machen kann. Was analytische Kompetenz genau bedeutet, erkläre ich dir jetzt:

Der Begriff „Analyse“ entstammt dem Altgriechischen und bedeutet „herauslösen“. Er bezeichnet den Vorgang, aus einem größeren Ganzen einzelne Teile zu isolieren, um sie gesondert zu untersuchen oder zu beschreiben. Sowohl in den Naturwissenschaften als auch in den Geisteswissenschaften ist der Begriff geläufig. Im Chemieunterricht beispielsweise kann die chemische Formel der Photosynthese in ihre Bestandteile zerlegt werden, um zu verstehen, welche Komponenten an diesem Prozess in der Natur beteiligt sind. In den Sprachfächern spricht man von einer Textanalyse und meint damit etwa, rhetorische Stilmittel im Text ausfindig zu machen und herauszuschreiben.

Analytische Kompetenz hat etwas mit rationalem Denken zu tun. Allgemein gesagt, kommt es darauf an, etwas Komplexes in seine Elemente zu untergliedern. So entsteht ein Bewusstsein dafür, dass zum Beispiel Objekte aus funktional unterschiedlichen Teilen bestehen. Diese wiederum können mit weiteren Begriffen bezeichnet werden. Während der Begriff „Besen“ das gesamte Objekt bezeichnet, bezeichnen die Begriffe „Stiel“ und „Bürste“ Teile auf einer untergeordneten Ebene.

2. Organisationskompetenz

Wer hat das nicht schon einmal erlebt: Auf dem Schreibtisch stapeln sich Bücher, Blätter liegen lose herum, die Mitschrift aus der letzten Mathestunde ist nicht aufzufinden und vor der morgigen Mathearbeit muss noch gepaukt, sich mit Freunden getroffen und Fussball gespielt werden. Kommt dir das bekannt vor? Mir ging es ähnlich, bis ich Organisationskompetenz entwickelt und angewandt habe.

Mit Organisationskompetenz ist gemeint, deinen Alltag zu strukturieren. Ein anschauliches Beispiel für Strukturierung kennst du sicherlich, nämlich deinen Stundenplan. Darin werden Zeitspannen bestimmte Aktivitäten, hier also Unterrichtsstunden, zugeordnet. Es ist eine Art von Zeitmanagement, das du auch außerhalb der Schule nutzen solltest, um deine Zeit zu organisieren. Ich nenne es meinen Stundenplan für den Tag und trage darin ein, welche Aktivitäten oder Aufgaben an den jeweiligen Wochentagen anstehen. Das ist äußerst praktisch, weil dadurch verlässlich freie Zeiten zwischen fixen Terminen ausfindig gemacht werden können, die ich dann flexibel nutzen kann.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Organisationsfähigkeit besteht darin, deine Unterlagen zu pflegen. Damit meine ich, für jedes Fach einen eigenen Ordner anzulegen, Unterrichtsmitschriften abzuheften und auch besonders wichtige Stellen darin oder in Büchern mit Klebezetteln zu markieren. Organisationsfähigkeit bezieht sich auf die Fähigkeit, deine Schulmaterialien übersichtlich zu strukturieren.

Vorteile ordentlich organisierter Arbeitsmaterialien liegen darin, dass du schnellen Zugriff darauf hast, etwa beim Lernen für die nächste Klausur. Auch merkst du schnell, ob deine Unterlagen vollständig sind oder ob du Fehlendes ergänzen musst. Zeiteinsparung und Übersicht heißen die beiden größten Vorteile, die Organisationsfähigkeit mit sich bringt.

3. Kommunikative Kompetenz

Im Artikel 7 Tipps, die deine mündliche Note verbessern habe ich zusammengefasst, worauf es in Unterrichtsgesprächen ankommt. Kommunikative Kompetenz beruht auf der Wertschätzung der Gesprächsteilnehmer, die gleichberechtigte Sprecher und Zuhörer in einem Diskurs sind. Was es damit aus pädagogischer Perspektive auf sich hat, kannst du im Artikel Kritische Erziehungswissenschaft erfahren.

Wertschätzung bedeutet, sowohl konstruktiv mit Anderen zu sprechen als auch ihnen aktiv zuzuhören. Indem du dasjenige, was deine Gesprächspartner sagen, ernst nimmst und nachzuvollziehen suchst, signalisierst du Aufmerksamkeit und hörst aktiv zu. Das eröffnet die Möglichkeit, auf angesprochene Punkte mit eigenen Worten einzugehen und das Gespräch als Ganzes voranzubringen oder zu vertiefen.

Weitere Bestandteile der kommunikativen Kompetenz sind die Fähigkeiten, situationsgebunden eine angemessene Sprache anzuwenden. Beispielsweise macht es hochgradig Sinn, in einem Bewerbungsanschreiben deinen möglicherweise zukünftigen Vorgesetzten nicht mit „Ey Alter, was geht?“ anzusprechen. Stattdessen greifst du besser auf eine seriöse Begrüßung zurück.

Auch die Fähigkeit, frei zu sprechen, kann zur kommunikativen Kompetenz gezählt werden. Sie kommt besonders in Situationen zum Tragen, in denen du einen Vortrag oder ein Referat halten sollst. Indem du deine Zuhörer anblickst, baust du nonverbal eine Beziehung zu ihnen auf. Nonverbale Kommunikation gehört ebenfalls in den Bereich der kommunikativen Kompetenz.

4. Soziale Kompetenz

Immer dann, wenn mindestens zwei Personen zusammenkommen, entsteht irgendeine Art sozialer Beziehung zueinander. Dieser Grundsatz gilt selbst dann, wenn sie einander ignorieren. Soziale Kompetenz meint allgemein, mit anderen Menschen zurecht zu kommen und im engeren Sinne, miteinander zu arbeiten. Der geläufigere Begriff dafür lautet Teamfähigkeit.

Menschen haben ihre charakteristischen Eigenheiten: Manche Menschen sind wahre Frohnaturen, lachen so hell wie die Sonne im Hochsommer und gehen auf Menschen direkt zu. Andere sind eher zurückhaltend, grummelig, aufbrausend oder traurig. Die Gefühle oder Stimmungen der Mitmenschen wahrzunehmen, einzuordnen und darauf angemessen reagieren können, hat etwas mit der Fähigkeit zur Empathie, also dem Einfühlungsvermögen zu tun. Empathie ist eine der wichtigsten Fähigkeiten, um soziale Kompetenz zu entwickeln.

Fazit: Schlüsselkompetenzen erfolgreicher Schüler

Bildung hat die Aufgabe, die genannten und weitere Kernkompetenzen zu entwickeln. Nun kennst du die vier Schlüsselkompetenzen erfolgreicher Schüler. Ich fasse sie in einer Liste nochmals zusammen:

  • Analytische Kompetenz
  • Organisatorische Kompetenz
  • Kommunikative Kompetenz
  • Soziale Kompetenz

Allen gemeinsam ist, dass sie trainiert werden können. Indem du dich auf eine der Schlüsselkompetenzen erfolgreicher Schüler konzentrierst und sie anwendest, kannst du für dich überprüfen, wie fit du darin bist. Übung macht den Meister – und das gilt nicht nur für die Schule, sondern fürs Leben allgemein.

Jan-Benedikt Kersting

Jan-Benedikt Kersting

Freiberuflicher Bildungscoach bei Creactivity-Solutions
Freiberufliche Tätigkeiten erfordern ein Höchstmaß an Flexibilität und Kreativität. Kombiniert mit fachlicher Kompetenz und Organisationsfähigkeit kann ich auch ihr Projekt ins Internet bringen. Oder sind Sie an Sprachkursen in Englisch und Deutsch interessiert? Dann kontaktieren Sie mich bitte über die Emailadresse: kontakt@bildungsadler.de
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