Referat halten: Der Guide

Referat halten mit Erfolg – dem geht oft folgende Frage voran: Wie bereite ich ein Referat vor? Das ist eine Frage, die zumeist bei demjenigen aufkommt, der zum ersten Mal ein Referat oder einen längeren Vortrag halten soll. Ein Referat in der Schule halten ist eine anspruchsvolle Aufgabenstellung, bei der du so richtig Punkte absahnen kannst. Diese Chance solltest du unbedingt nutzen! Beherzige die folgenden Tipps und Tricks, die jedem weiterhelfen, der oder die ein Referat besser halten will als je zuvor.
In diesem Artikel erhältst du das Rüstzeug, was nötig ist, um ein Referat richtig zu erstellen und zu halten: Angefangen bei der Themenfindung und Themenwahl, über die richtige Recherche und Verarbeitung des recherchierten Stoffes, bis zur Aufbereitung und Präsentation deines Referates.

Referat halten

Referat halten: Rüstzeug für deinen Weg

Ich habe dir allgemeine und vielfach in der Praxis sich bewährt habende Tipps und Tricks zusammengestellt, die du in wirklich jedem Referat, das von dir vorgetragen werden soll, anwenden kannst; egal, ob das Referat auf Englisch oder Deutsch gehalten wird.
Du wirst von mir erklärend durch die Phasen, die für das Halten eines Referates notwendig sind, begleitet und findest in der Tabelle weiter unten alles kompakt zusammengefasst. Sie kann dir, dem Referenten, als Checkliste dienen, etwa indem du sie ausdruckst und bei der Vorbereitung eines Referates neben deine Unterlagen auf den Schreibtisch legst.
Am Ende gebe ich dir auch ein paar Tipps gegen Lampenfieber, so dass du sicher und souverän deine Mitschüler und Lehrer beeindrucken kannst.

Wozu ein Referat halten nützlich ist

Vielleicht hast du dich auch schon gefragt, warum überhaupt ein Referat halten zu den Aufgabenstellungen in der Schule gehört? Wie oben bereits angedeutet, ist ein gutes Referat zu halten eine anspruchsvolle Tätigkeit, die Einiges von dir als Referenten verlangt. Im Grunde geht es nicht nur darum, dir ein vertieftes Verständnis eines relativ komplexen Themas zu erarbeiten, sondern auch um Schlüsselqualifikationen wie Eigeninitiative, selbstständiges Arbeiten, Recherche- und Kritikfähigkeit, abstrahierendes Denken, Kommunikationsfähigkeit usw. Du bemerkst also, dass es eines ganzen Pakets an Fähigkeiten bedarf, um ein beeindruckendes Referat erstellen und halten zu können.

Aber keine Angst: Lies beruhigt weiter und erfahre mehr darüber, wie ein Referat halten zu einer spannenden und lehrreichen Erfahrung werden kann.

1. Phase: Themenfindung deines Referats
Je nachdem, ob selbstständig ein Referatsthema finden oder ein vorgegebenes auszuwählen gefragt ist, solltest du dir angemessen lange überlegen, worüber du referieren möchtest. Nicht selten habe ich durch meine Nachhilfetätigkeit mitbekommen, dass ein Referatsthema allzu schnell und voreilig ausgewählt und anschließend ziemlich oberflächlich oder lustlos bearbeitet wurde. Das musst du unbedingt vermeiden!

Das zu vermeiden ist gar nicht schwer. Das Referatsthema sollte persönliches Interesse widerspiegeln, also ein Thema sein, welches dich wirklich interessiert und über das du deinen Klassenkameraden und deinem Lehrer Wissenswertes mitteilen möchtest. Du tust also gut daran, das Referatsthema mit Bedacht und Voraussicht zu wählen, denn es kann schon einmal gut zwei Wochen in Anspruch nehmen, ein Referat vorzubereiten und dessen Präsentation einzuüben.

Besonders dann, wenn ein Referat halten eine Klausur zu schreiben ersetzt, wie es des Öfteren in Klasse 10 und der Oberstufe vorkommt, ist es absolut wichtig, ein zu dir passendes Referatsthema zu wählen. Beim Weiterlesen wird dir zunehmend klar werden, warum ich der Themenfindung eine solch große Bedeutung zumesse. Es lohnt sich ganz bestimmt.

2. Phase: Recherche
Nun hast du also dein Referatsthema gefunden bzw. ausgewählt. Damit hast du die erste Phase, hoffentlich mit einem guten Gefühl, bereits gemeistert. In Phase zwei kommt es nun, so könnte man meinen, auf eine perfekte Recherche an. Recherche ist ein Begriff, der aus dem Französischen herstammt und im Englischen eine Entsprechung im Begriff „research“ hat. Beide Begriffe bezeichnen das Forschen nach Informationen. Und genau darum geht es in dieser Phase, nämlich aufschlussreiche Informationen zu recherchieren, die beim Halten eines Referates den Zuhörern mitgeteilt werden.
Dabei ist gekonntes Recherchieren eine Schlüsselqualifikation, die dir weit über die Schule hinaus im Leben hilfreiche Dienste leisten kann.

Was, so fragst du dich gerade bestenfalls, zeichnet denn eine perfekte Recherche aus? Diese Frage beantworte ich dir, wenn du im nächsten Absatz weiterliest.

Es gibt sie, die perfekte Recherche, vielleicht gar nicht. Verblüfft? Nicht allzu lange, wenn du überlegst, wie viel schon zu beinah jedem Thema geschrieben oder gesagt worden ist. Das sollte dich aber lediglich kurz betrüben, denn die gute Nachricht lautet, dass du ein Referat in der Schule halten und (noch) keine Doktorarbeit verfassen sollst. Es reicht vollkommen aus, zwei oder drei wirklich relevante Quellen heranzuziehen und deren wichtigste Thesen bzw. Aussagen, je nach vorgegebener Länge des Referats, innerhalb von ca. 5-20 Minuten zu referieren.

Wie aber erkennst du, ob eine Quelle relevant ist? Vorab sei gesagt, dass du sie selten im Internet – es sei denn beim Bildungsadler – finden wirst. Entweder, weil Wikipedia-Artikel zwar für ein erstes Informieren geeignet sein können, aber in einem Referat, das deine Fähigkeit zu wissenschaftlichen Arbeiten trainieren soll, nichts zu suchen haben. Oder auch, weil es zu im Internet zitierten oder bereitgestellten Texten zumeist eine Quelle in Buchform gibt.

Das ist das Stichwort: Eine relevante Quelle findest du in Buchform. Das bedeutet nicht, das jedes Buch zum Referatsthema eine relevante Quelle ist, sondern nur, dass eine relevante Quelle in Buchform vorliegen sollte (es sei denn, du nutzt mündliche Berichte von Zeitzeugen, Fotografien, etc.). Der Vorteil einer Buchpublikation liegt darin, dass die Texte im Buch zuvor ein Lektorat bei dem veröffentlichenden Verlag durchlaufen haben und von Fachleuten auf inhaltliche Fehler geprüft worden sind.
Eine große Anzahl an relevanten Quellen in Buchform findest du in Bibliotheken, besonders in Universitätsbibliotheken, die du in jeder Universitätsstadt findest. Auch Landesbibliotheken eignen sich hervorragend für die Recherche nach relevanten Quellen. Wer ein gutes bis sehr gutes Referat halten will, der findet in solchen Bibliotheken die Grundlage für den Erfolg.

Es bietet sich an, vor allem solche Bücher zu wählen, die dein Referatsthema im Titel enthalten: Wenn du beispielsweise ein Referat über Australien oder ein Referat über den Expressionismus in der Literatur vorbereitest, dann wirst du Bücher finden, die genau diese Stichworte im Titel nennen. Ein erster Blick in das Inhaltsverzeichnis der Bücher verrät dir, ob das Buch relevant für dein Referatsthema ist.
Dabei kommt es darauf an, wie allgemein oder speziell das Thema deines Referates gewählt wurde. Ein Referat halten, das die Stilrichtung des Expressionismus behandeln soll, wird dich zu anderen Büchern bzw. Texten leiten als eines, das den Expressionismus in der Literatur oder aber ein ganz konkretes Gedicht der expressionistischen Lyrik eines bestimmten Autors der Klasse vorstellen soll.

3. Phase: Verarbeitung
Um ein Referat zu halten, ist es – na logo! – notwendig, dich auf eine Auswahl des recherchierten Stoffes zu beschränken. Hierzu ist die Fähigkeit zur Auswahl und Abstraktion gefragt! Konzentriere dich auf diejenigen Aussagen oder Informationen, die dir tatsächlich erwähnenswert erscheinen. Am Ende mancher Verarbeitungsphase kann es sein, dass nur noch 10% der zuvor recherchierten Informationen übrig bleiben – und das ist dann oft ein Zeichen einer qualitativ hochwertigen Verarbeitung. Wenn du ein oder zwei griffige Zitate und zwei bis drei Thesen extrahiert hast, dann bist du fast schon in der Champions-League der Referenten angelangt.

4. Phase: Aufbereitung
Ein wichtiger Arbeitsschritt ist das Erstellen eines Handouts. Es dient vor allem deinen Mitschülern und deinem Lehrer, eine gut strukturierte Übersicht über dein Referatsthema in der Hand zu halten – und das solltest du wörtlich nehmen: ein Handout sollte wirklich in der Hand zu halten sein, was sowohl bedeutet, dass es auf Papier ausgehändigt werden, als auch, dass der gesamte Inhalt auf einem einzigen DIN-A4-Blatt Platz finden muss.

Handout gestalten

Handout Schema

Ich habe dir eine Skizze angefertigt, anhand derer du sehen kannst, wie ein sehr gut gegliedertes Handout aussieht.

Beim Weiterlesen erfährst du in der Liste, was auf einem gut strukturierten Handout alles zu finden sein sollte:

  1. Formale Daten gehören oben links auf ein Handout. Schreibe dorthin, wie du heißt, in welche Klasse du gehst (und optional den Namen deiner Schule), der Name deines Lehrers und natürlich das Datum, an dem du ein Referat hältst.
  2. Das Thema deines Referates sollte darunter in Form einer Überschrift benannt werden.
  3. Unter dem Titel gehört eine Inhaltsangabe, auch abstract genannt. In zwei bis drei Sätzen fasst du dein Referatsthema allgemein zusammen, so dass jeder, der nur die Inhaltsangabe lesen würde, zumindest weiß, worum es im Nachfolgenden geht. Eine solche abstrakte Inhaltsangabe dient auch dazu, dass jemand später nur die Inhaltsangabe des Referates zu lesen braucht und sich dann an den weiteren Verlauf deines Referates erinnern kann.
  4. Die zwei bis drei wichtigsten Thesen deines Referates solltest du in Form einer Liste knapp und präzise benennen.
  5. Grafische Elemente dienen zu zweierlei: Zum Einen der Verbildlichung eines Teils deines Referates; so kann beispielsweise ein Referat über den literarischen Expressionismus eine expressionistische Zeichnung, die das Thema mit zeichnerischen Mitteln verbildlicht, aufnehmen oder ein Referat über Australien eine geografische Karte auf dem Handout abbilden. Darunter gehört eine Bildzeile, also eine kurze Erläuterung dessen, wer das Bild wann gezeichnet hat, wie es betitelt ist, was es darstellt, etc. bzw. was ein Diagramm darstellt.
    Zum Anderen lockert ein solches Bildelement das Erscheinungsbild deines Handouts auf und ist somit der Übersichtlichkeit zuträglich. Unbedingt vermeiden solltest du so genannte „Bleiwalzen“, bei denen das gesamte Handout mit ausführlichen Textblöcken zugepflastert würde. Denke immer daran, im Sinne der Leser dein Handout zu gestalten. Sie werden dir ein übersichtlich gestaltetes und dennoch informatives Handout danken.
  6. Denke an weiterführende Fragen. Sie schließen den inhaltlichen Teil deines Referates ab, indem du dir Fragen überlegst, die du im Klassenverband diskutieren möchtest. Widme der Fragenfindung genug Zeit, denn du sahnst richtig Punkte bei deinem Lehrer ab, wenn du dadurch zeigst, von selbst eine Unterrichtsdiskussion eingeleitet zu haben.
  7. Am Ende deines Handouts müssen die verwendeten Quellen genannt werden. Achte auf korrekte und komplette Quellenangaben; besonders Internetquellen werden oft vergessen mit vollständiger Adresse und Aufrufdatum der Internetseite angegeben zu werden.

Sofern du dieser Checkliste folgst und dich an der Skizze orientierst, wirst du auch mit deinem Handout volle Punktzahl erreichen.

Manchmal wird auch eine Powerpoint-Präsentation erstellt. Frage aber vorher deinen Lehrer, ob es okay ist oder vielleicht zuviel des Guten. Es kommt auf die Länge deines Referates an, ob eine solche Präsentation sinnvoll ist. Manchmal tut es auch ein selbst angefertigtes Plakat, auf dem du ein Diagramm darstellst und das du einfach an die Tafel kleben kannst. Beachte beim Einsatz von Medien den Grundsatz, dass weniger oft mehr ist. Nicht viel Unterschiedliches, sondern Weniges, das bedacht ausgewählt wurde, unterstützen dein Referat. Ein Referat halten bedeutet ja gerade, eine Auswahl zu treffen anstatt deine Zuhörer mit einer Flut an weiteren Sinnesinformationen abzulenken oder gar zu verwirren.

Zu guter letzt solltest du dir Handkarten anfertigen, auf denen du pro Karte ein Unterthema und das Wichtigste dazu stichwortartig notierst. Sie dienen dir nicht zum Ablesen, sondern lediglich als Gedächtnisstützen. Denn am besten ist es, ein Referat frei zu halten. Wie das am besten gelingt, das erfährst du, wenn du weiterliest.

5. Phase: Präsentation
Die anfängliche Frage lautete: Wie bereite ich ein Referat vor? Nun ist es fast geschafft. Du hast in den vorhergegangenen vier Phasen ein Referat vorbereitet und unterstützende Medien erstellt. Im Grunde hast du damit die Hauptarbeit abgeschlossen.

Jetzt kommt es darauf an, dass du Experte für die so vorbereiteten Informationen wirst. Erfahrungsgemäß braucht es ein bis zwei Tage, bis du wirklich sicher weißt, was du vorbereitet hast. Indem du dir immer wieder dein Handout durchliest und bereits versuchst, die darauf enthaltenen Informationen frei vorzutragen, übst du für deinen Vortrag des Referates vor der Klasse.
Als Faustregel, um ein sehr gutes Referat zu halten, merke dir: Schaue dein Publikum, während du sprichst, an.

Tipps gegen Lampenfieber

Manch einem, der ein Referat halten soll, schwirren Horrorszenarien im Kopf herum: Rot werden, stottern oder kein Wort aus dem Mund kriegen, zittern und sich bis auf die nackte Haut zu blamieren. Indes, es ist noch jeder lebendig aus einem Referat herausgekommen.
Es hilft, dir bildlich vorzustellen, was schlimmstenfalls realistischerweise geschehen könnte. Gut, du hast dein Referat hoffentlich gewissentlich vorbereitet. Also brauchst du keine Angst haben, das Referat vollends zu versemmeln. Der ein oder andere Hänger könnte sich einschleichen, aber dafür hast du ja deine Handkarten vorbereitet. Zur Not liest du einfach vom Handout ab. Aber gewiss wirst du weder sterben noch verletzt oder ausgelacht werden.

Jetzt stelle dir vor, wie es im besten Fall laufen wird: Du hast ein sehr gutes Referatsthema gewählt. Ein Referat halten wirst du, das deine Zuhörer begeistert. Das sie in deinen Bann zieht, so dass sie an deinen Lippen hängen. Sie folgen deinen Ausführungen gespannt, denn du hast durch geschicktes und intelligentes Auswählen knackiger Thesen bereits im Vorfeld dafür gesorgt. Während du sprichst, blickst du in interessierte Gesichter. Dein Lehrer nickt dir, als du ihn ansiehst, zustimmend zu. Alles läuft so, wie du es dir in deinen schönsten Vorstellungen ausgemalt hast. Und daran, das ist der beste Tipp gegen Lampenfieber, glaube! Dann wird es Wirklichkeit.
Viel Erfolg wünsche ich dir!

Fazit: Vorbereitung ist die ganze Miete
Ein Referat halten ist dann am erfolgreichsten, wenn du es sehr gut vorbereitet hast. In der nachfolgenden Tabelle habe ich dir kompakt zusammengefasst, worauf du achten solltest, wenn du ein Referat vorbereitest.

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Ich wünsche dir ganz viel Erfolg beim nächsten Referat. Ein Referat halten, so hast du hoffentlich gelernt, ist gar nicht so schwer, sofern du richtig an eine gute Vorbereitung eines Referates herangehst.

Jan-Benedikt Kersting

Jan-Benedikt Kersting

Freiberuflicher Bildungscoach bei Creactivity-Solutions
Freiberufliche Tätigkeiten erfordern ein Höchstmaß an Flexibilität und Kreativität. Kombiniert mit fachlicher Kompetenz und Organisationsfähigkeit kann ich auch ihr Projekt ins Internet bringen. Oder sind Sie an Sprachkursen in Englisch und Deutsch interessiert? Dann kontaktieren Sie mich bitte über die Emailadresse: kontakt@bildungsadler.de
Jan-Benedikt Kersting

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