Warum Motivation so wichtig ist

Sie saß starr auf ihrem Platz, den Blick gesenkt, mit ausdrucksloser Miene. So hatte sie schon seit mehreren Stunden in der Klasse da gesessen, als müsse sie schwere Steine tragen ganz allein. Dabei war sie früher lebensfroh, heiter und zugänglich gewesen. Was war urplötzlich geschehen? Irgendetwas musste auf ihrem Gemüt lasten, was ihre Schultern und ihre ganze Haltung Richtung Boden drückte. Ich vermutete Schwierigkeiten mit den Eltern, Liebeskummer, sonst ein Problem, das nicht nur in der Pubertät die Stimmung drücken kann. Nie aber hätte ich vermutet, dass es an mangelnder Motivation liege…

Motivation

Motivation und Gefühle


Auf der Suche nach Motivation
Die Frage, wofür das ganze Lernen sinnvoll sei, hätte ich eher bei meinen Altersgenossen vermutet. Aber sie stellt sich heutzutage anscheinend bereits während der Schulzeit. Damit hintergründig verbunden ist die Sinnfrage, welche beileibe nicht eine rein philosophische Relevanz hat. Sie ist eng verbunden mit dem Menschsein, mit unserem Dasein auf Erden. Sie fragt danach, wie jemand seinem Leben einen Sinn geben kann. Ihre Antworten können, bei näherer Betrachtung, nur subjektiv ausfallen. Die Zeiten, da etwa die Religion eine für alle gültige Antwort parat zu halten schien, sind vorbei.

Damit einher geht die Notwendigkeit, die daraus resultierende Freiheit zu nutzen, um eine persönliche Antwort zu einer bestimmten Zeit zu finden. Denn Sinn stiften kann nur die eigene Auseinandersetzung mit den ganz subjektiven Lebensumständen. Bildung, Lehrer oder Schule können helfen, Wege der Sinnstiftung aufzuzeigen. Jedoch ist es jedem Individuum aufgegeben, den eigenen Weg zu finden und zu begehen. Und das erfordert die Fähigkeit, über die persönlichen Lebensumstände zu reflektieren.

Antworten auf selbst gestellte Fragen finden
Es kommt darauf an, sich Fragen zu stellen, etwa: Was ist mir persönlich wichtig im Leben? Kann ich in irgendeiner Gemeinschaft Sinnstiftung finden, ohne dass ich Gefahr laufe, meine Persönlichkeit aufzuopfern. Welche Formen eines konstruktiven Miteinanders bietet die Gesellschaft in Deutschland? Worin kann ich aufgehen? Was macht mir Spaß? Wodurch kann ich mich selbst motivieren?

Ins Besondere die letzte Frage ist entscheidend. In allem, was wir gut tun, spielen Motive eine lenkende Wirkung. Für die Einen ist es motivierend, Leistung zu erbringen. Sie wollen in einem bestimmten Lebensbereich oder allgemein etwas bewegen, etwas zustande bringen, indem sie etwas machen und gut machen wollen. Solange nicht der Perfektionismus oder eine Ellenbogenmentalität Überhand gewinnt, kann dies sowohl eine persönliche als auch eine soziale Komponente der Weiterentwicklung beinhalten. Für Andere wiederum ist das Streben nach Harmonie Motivation ihres Handelns. Ihnen ist eine gute Stimmung und ein geselliges Miteinander wichtiger als etwa das Leistungsmotiv. Auch sie können sich in ihrem Handeln persönlich und sozial weiterentwickeln, solange Freude zu verbreiten nicht zu einem Zwang wird oder gekünstelt wirkt.

Im Grunde wirkt das Gefühl
In beiden Fällen hat ein Gefühl die Rolle zu motivieren inne. Es wirkt aus dem Inneren heraus in die Handlungen der Welt. Das gilt übrigens auch für andere Motive, die ich hier aus Platzgründen nicht allesamt auflisten kann. Die Grundkonstellation bleibt gleich. Es kommt also auf deine Gefühlswelt an, wenn es darum geht, etwas Motivierendes zu finden. Indem du in dich hinein horchst und erspürst, was dir wichtig ist, legst du die Grundsteine für dein kommendes Handeln.
So kann das Bestreben, anderen Menschen helfen zu wollen, dazu führen, dass in dir der Wunsch entsteht, Medizin zu studieren. Für ein Medizinstudium wiederum brauchst du sehr gute Noten, und um diese zu bekommen, gilt es in der Schule aufzupassen und für die Prüfungen zu lernen. Dieses Beispiel kann dir verdeutlichen, wie ein Gefühl zu einem Wunsch führt, und ein Wunsch wiederum zu Handlungen, die dazu geeignet sind, den Wunsch zu erfüllen.

So kam es auch, dass jenes Mädchen wieder zurück zur Fröhlichkeit fand. Sie erkannte, dass sie anderen Menschen, denen es schlechter als ihr ging, helfen wollte. Und heute studiert sie, soweit ich weiß, tatsächlich Allgemeinmedizin.

Jan-Benedikt Kersting

Jan-Benedikt Kersting

Freiberuflicher Bildungscoach bei Creactivity-Solutions
Freiberufliche Tätigkeiten erfordern ein Höchstmaß an Flexibilität und Kreativität. Kombiniert mit fachlicher Kompetenz und Organisationsfähigkeit kann ich auch ihr Projekt ins Internet bringen. Oder sind Sie an Sprachkursen in Englisch und Deutsch interessiert? Dann kontaktieren Sie mich bitte über die Emailadresse: kontakt@bildungsadler.de
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