7 Tipps, die deine mündliche Note verbessern

Deine mündliche Note verbessern: das ist recht einfach und effektiv, sofern Du ein paar Tipps beachtest. Gleich, ob in Englisch oder im Biologieunterricht, ob auf weiterführenden Schulen oder in der Grundschule: Bei der Notenverbesserung kommt es darauf an, auf sich aufmerksam zu machen und sich ins rechte Licht zu rücken. Mündliche Mitarbeit im Unterricht bewerten Lehrer mit bis zu 50% der Zeugnisnote. Worauf Pädagogen besonders achten und also auch Du besonders achten solltest, erfährst Du in den 7 Tipps, die deine mündliche Note zu verbessern helfen.

1. Zuhören und aufmerksam sein!

Wer kennt das nicht? Manchmal erscheint der Unterricht aus den unterschiedlichsten Gründen langweilig. Manches Schülers Aufmerksamkeit sinkt exponentiell ab, und schnell wird dann das Gespräch mit Klassenkameraden, vorzugsweise dem Sitznachbarn, gesucht. Das vermeintlich leise Tuscheln bleibt den Ohren des Lehrers indes nicht verborgen.

Unterrichtsstörungen sind eine sichere Methode, nicht die eigene mündliche Note zu verbessern, sondern sie auf Talfahrt zu schicken. Die Gründe dafür liegen in der Natur der Sache: Dem menschlichen Gehirn fällt es schwer, mehrere Dinge gleichzeitig zu verarbeiten. Das viel beschworene Multitasking ist ein moderner Mythos. Zwar kann trainiert werden, mehrere Aufgaben schnell hintereinander zu meistern, aber zur selben Zeit zwei verbalen Botschaften zu folgen, ist den meisten Menschen unmöglich.

Aktives Zuhören

Aktives Zuhören

Besonders deutlich wird dieses Phänomen beispielsweise bei Referaten: Sowohl einen an die Wand projizierten Text zu lesen als auch den mündlichen Ausführungen des Referenten zu folgen, ist so gut wie ein Ding der Unmöglichkeit. In der Tat bedarf es konzentrierter Aufmerksamkeit, um komplexe Themen zu verstehen und längeren Gedankengängen zu folgen. Das wissen auch deine Lehrer.

Daher mein Tipp: Sei aufmerksam! Aufmerksamkeit in Englisch bedeutet etwa, dem Unterrichtsgespräch zu folgen und dich daran zu beteiligen. Du kannst Dich selbst überprüfen, indem Du in der nächsten Schulstunde versuchst, den Gedankengang eines Mitschülers in eigenen Worten zusammenzufassen. Wenn Du das hinbekommst, dann weißt Du, dass Du aufmerksam zugehört hast. Und verbindest Du das noch mit einem mündlichen Unterrichtsbeitrag, dann hast Du den ersten Schritt getan, dir deine mündliche Note verbessern zu helfen.

2. Am Unterrichtsgespräch aktiv teilnehmen!

Das Unterrichtsgespräch ist eine Methode der Unterrichtsgestaltung. Die Funktion besteht darin, ein Unterrichtsthema zu formulieren und es gemeinsam zu besprechen. Nicht nur in den Sprachfächern, etwa im Englisch- und Deutschunterricht, kommt es darauf an, das Unterrichtsthema aus unterschiedlichen Perspektiven zu untersuchen.

10 Tipps für den Unterricht

7 Tipps für den Unterricht

Das bedeutet: Es gibt nicht die eine, immer richtige, Sichtweise, sondern erst dadurch, dass Du und deine Mitschüler aktiv Eure Meinungen zum Unterrichtsgespräch beitragen, entsteht ein differenziertes Mosaikbild des Themas. Und das wirkt sich entscheidend auf deine mündliche Note aus.

Worin liegt die Wichtigkeit einer solchen Form des Diskutierens begründet? Nun, wir Europäer leben in demokratischen Gesellschaftsformen. Die Wurzeln der Demokratie reichen bis in den Hellenismus des antiken Griechenlands zurück. Die Bürger des Stadtstaates Athen trafen zusammen, um politisch bedeutsame Themen öffentlich zu diskutieren und gemeinsam Entscheidungen zu treffen. Der Grundsatz, dass jeder Bürger das Recht hat, eine eigene Meinung zu haben und sie anderen mitzuteilen, findet sich bis heute im fünften Absatz des Grundgesetzes wieder.

Ein Blick in die Geschichte Europas zeigt, dass dies nicht immer selbstverständlich gewesen ist: Es gab Zeiten, in denen es sogar lebensgefährlich war, eine andere Meinung als die des Herrschers zu haben; der französische Absolutismus von Ludwig XVI. ist ein Beispiel dafür.
Im Vorfeld der Französischen Revolution hat der Königsberger Philosoph Immanuel Kant eine Schrift mit dem Titel „Was ist Aufklärung?“ verfasst.
Der zentrale Satz lautet: „Sapere aude!“ Er bedeutet, dass mündige Bürger den Mut haben, ihren Verstand öffentlich zu gebrauchen. Darin kommt das demokratische Grundrecht zur freien Meinungsäußerung zum Ausdruck. Das lässt sich eins zu eins auf Unterrichtsgespräche übertragen: Sie dienen der Einübung demokratischer Prinzipien, denn eine Demokratie lebt beispielsweise davon, dass Menschen jedweden Geschlechts, jedweder Staatszugehörigkeit oder jedweder Religion berechtigt sind, an der öffentlichen Meinungsbildung kommunizierend mitzuwirken.

Das bedeutet, dass auch deine Meinung, deine Gedanken und Empfindungen, deine Sichtweise und Beurteilungen gefragt sind, selbst oder gerade dann, wenn sie sich vom Mainstream unterscheiden. Es ist ein wichtiger Erkenntnisprozess, sich bewusst zu werden, dass es völlig in Ordnung ist, eine andere bzw. eigene Meinung zu haben und sie nach außen hin demokratisch zu vertreten. Solange Du die „goldene Regel“ befolgst – die da lautet: „Was Du nicht willst, das man Dir tut, das füg auch keinem andern zu“ -, solange solltest Du die Chance nutzen, im Rahmen der Unterrichtsgespräche zu einem mündigen Bürger heranzuwachsen – und nebenbei deine mündlichen Noten zu verbessern.

3. Wertschätzende Kommunikation!

Ein Unterrichtsgespräch lebt davon, dass Schüler sich beteiligen, indem sie miteinander sprechen und das Unterrichtsthema diskutieren. Sobald zwei oder mehr Menschen kommunizieren, geschieht dies nach Sprachwissenschaftlern auf mehreren Kanälen. Kommunikation ist ein komplexes Feld, das weitaus mehr beinhaltet als das gesprochene Wort.

Der Kommunikationswissenschaftler Friedemann Schulz von Thun hat ein sehr einflussreiches Vier-Ohren-Modell menschlicher Kommunikation entworfen. Miteinander reden: das bedeute, dass jede Mitteilung oder Botschaft über vier Kanäle gesendet werde:
Das erste Ohr des Empfängers höre auf der Sachebene. Es nimmt den Inhalt oder das Thema der Botschaft wahr. Das zweite Ohr lauscht auf der Ebene der Selbstoffenbarung, was der Sprecher über sich selbst preisgibt. Das dritte Ohr ist empfänglich für den Beziehungsaspekt zwischen Sprechendem und Zuhörendem, also in welchem Verhältnis die Kommunikationspartner zueinander stehen. Das vierte Ohr wird in Bezug auf den Appell, der mit einem Sprechakt einhergeht, hellhörig; was mit dem Sprechakt bewirkt, was getan werden soll.

Bereits diese kurze Übersicht zum Kommunikationsmodell Schulz von Thuns mag vermitteln, dass Kommunikation komplexer funktioniert als bloß einen Inhalt mitzuteilen. Kommunikation spielt sich aber nicht nur nicht in expliziter und impliziter verbaler Kommunikation ab, sondern es kommen paraverbale und non-verbale, emotionale Anteile hinzu.

Wertschätzende Kommunikation

Wertschätzende Kommunikation

Das volkstümliche Sprichwort, dass der Ton die Musik mache, verweist genau auf dieses Phänomen. Ein guter Ton hilft deine mündliche Note verbessern. Das Unterrichtsgespräch ist eine Spielart der Kommunikation.
Miteinander reden kann in vielen Arten und Weisen passieren: Die konstruktivste Weise ist die wertschätzende Kommunikation. Das bedeutet, Beiträge der Gesprächsteilnehmer als wichtig und gleichberechtigt zu würdigen und dies auch zum Ausdruck zu bringen. Wer aktiv zuhört, Blickkontakt sucht, aussprechen lässt: der sendet körpersprachliche Signale, die Aufmerksamkeit vermitteln.

Wer im Unterrichtsgespräch auf Beiträge der Mitschüler eingeht, indem er sie mit eigenen Worten zusammenfasst und durch Ich-Botschaften darauf Bezug nimmt, signalisiert konstruktive und wertschätzende Kommunikationsbereitschaft. Ins Besondere die Ich-Botschaften dienen zur Betonung einer subjektiven Meinung oder Sichtweise. Es macht schließlich einen Unterschied, ob jemand sagt: „Du hast ja verquere Ansichten!“, oder aus der Ich-Perspektive argumentiert, etwa „Ich fühle mich unwohl aufgrund der Folgen deiner Vorstellung und sehe das und das etwas anders“.

Im Grunde kommt es darauf an, angemessenes Feedback zu geben und die eigene Meinung mit denen anderer Gesprächsteilnehmer in Beziehung zu setzen. Wer das wertschätzend und problemlösungsorientiert macht, der bewegt sich auf demokratischem Terrain und kann gewiss sein, dass sich ein solches Verhalten positiv in der mündlichen Note widerspiegeln wird.

4. No Gos: Mobbing, Sexismus und andere Formen der Diskriminierung

Im dritten Tipp, wie Du deine mündlichen Noten verbessern kannst, hast Du vom Wert der wertschätzenden Kommunikation erfahren. Im Umkehrschluss bedeutet dies natürlich, jeglicher Form der Diskriminierung keine Chance zu geben. Es gehört zu den negativsten Eindrücken, die jemand von sich vermitteln kann, sobald Einzelpersonen oder Gruppen beleidigt oder herabgewürdigt werden.

NO GOs

NO GOs

Die schlechterdings bekannteste Diskriminierung in der Schule wird Mobbing genannt. Was tun, wenn Du gemoppt wirst oder mitbekommst, wie andere jemanden mobben? Der beste Weg ist, es direkt anzusprechen. Erst dann, wenn das Problem auf den Begriff gebracht wird, kann eine bewusste Auseinandersetzung bewirkt werden. Zugleich eröffnet die Thematisierung die Chance, die Wirkungen und Ursachen zu reflektieren oder sich in ein Mobbingopfer hineinzuversetzen.

Es zeugt von sozialer Intelligenz und demokratischen Wertebewusstsein, Partei für diskriminierte Minderheiten oder Einzelpersonen zu ergreifen oder sich klar und deutlich von verletzenden Verhaltensweisen zu distanzieren. Eine Sonderform, die im Internet grassiert, ist das Mobbing auf Facebook und Co: Soziale Netzwerke scheinen die Möglichkeit zu bieten, unter dem Deckmantel scheinbarer Anonymität besonders fies und niederträchtig Mitschüler anzugreifen. Im Grunde aber ist dies nicht nur asozial, sondern feige.

Die Auswirkungen des Mobbing im Internet können bisweilen so drastisch sein, dass die Opfer an Selbstmord denken oder sich tatsächlich umbringen. Jeder, der Mitschüler mobbt, sollte sich fragen, ob er im schlimmsten Fall für den Tod eines Menschen mitverantwortlich sein und sein gesamtes weiteres Leben eine solche Schuld tragen will.

Auch sexistische Äußerungen, frauenfeindliche oder homophobe Beleidigungen, rassistische Ausdrücke oder ethnische bzw. religiöse Anfeindungen gehören weder in den Schulunterricht noch in sonst eine vernünftige Art des Gesprächs. Vor dem Hintergrund, dass Schule und Lehrer einen demokratisch basierten Lehrauftrag haben, kannst Du dir sicherlich vorstellen, wie negativ diskriminierendes und wie positiv wertschätzendes Verhalten sich auf die Beurteilung deines Verhaltens im Unterricht – auf deine mündliche Note also! – auswirken wird.

5. Fragen stellen!

Glaubst Du manchmal, dass Du rein gar nichts zum Unterrichtsgespräch beitragen könnest? Dann habe ich eine gute Nachricht für Dich: Stelle eine Frage! Dadurch zeigst Du nicht nur Interesse, sondern Deinen Willen, das Thema verstehen zu wollen. Entsprechend nennt man solche Fragen Verständnisfragen. Du kannst Fragen an Lehrer stellen oder auch Mitschüler fragen, die sich zuvor zu Wort gemeldet haben.

Es hat sich bewährt, mit einer Zusammenfassung des vorherigen Beitrages in eigenen Worten zusammenzufassen und anschließend zu fragen, ob Du alles richtig verstanden habest. Angemerkt sei, dass grundlegend zwischen zwei wesentlichen Arten von Fragen im Schulunterricht unterschieden werden kann: Die erste sind so genannte geschlossene Fragen. Auf sie kann mit „Ja“ oder „Nein“ geantwortet werden. Es liegt in der Natur einer solchen Frage, dass sie rasch beantwortet werden kann. Zwar kann sie wichtig für die Klärung des Verständnisses sein. Allerdings wird sie keine längere Zeit dafür sorgen, dass das Unterrichtsgespräch vertieft würde.

Anders verhält es sich da bei den so genannten „W-Fragen“: Alle deutschen Fragewörter, die mit diesem Buchstaben beginnen, können den offenen Fragen zugeordnet werden. Sie können nicht einfach bejaht oder verneint werden, sondern erfordern eine eigenständige Formulierung des Befragten.

Die vier wichtigsten W-Fragen

Die vier wichtigsten W-Fragen

Besonders die Frage nach dem Grund, warum etwas so oder so sei oder sich entsprechend verhalte, ist ergiebig, fragt sie doch nach dem Kausalzusammenhang zwischen der Wirkung und der Ursache von etwas. Die Antwort darauf wird wahrscheinlich das Wörtchen „weil“ enthalten. Aber auch die Frage, wozu etwas nützlich oder gebraucht worden sei, kann das Unterrichtsthema vertiefen und differenzieren; man nennt dieses finale Fragen im Deutschen das Fragen nach dem Zweck von etwas.

Du solltest dann und wann auf die Frageformen aktiv zurückgreifen, um das Unterrichtsgespräch interessanter, differenzierter oder spannender zu machen. Am besten wirkt es, wenn Du auf faire und deutlich erkennbar interessierte Weise solche Fragen an deine Mitschüler stellst. Es geht nicht darum, sie bloß zu stellen oder in Verlegenheit zu bringen. Ganz im Gegenteil: Dein Fragen sollte von Wertschätzung zeugen. Lehrer begrüßen dies, da solches Fragen den Willen zum Gespräch und kommunikativen Austausch signalisieren.

6. Unterricht nachbereiten und vorbereiten!

Es verwundert mich oft, wie selten wirklich aussagekräftige Unterrichtsmitschriften angefertigt werden. Dabei ist doch eines klar: Jedem Lehrer ist daran gelegen, denjenigen Stoff zu vermitteln, der für Klausuren relevant ist. Auch gehört dazu, Probleme zu ermitteln und sie im Klassenverband zu besprechen. Und nicht zuletzt fließen auch Methodenkenntnisse mit ein, so dass Schüler letztlich in die Lage versetzt werden sollen, Aufgabenstellungen eigenständig zu bearbeiten und zu mindestens befriedigenden Ergebnissen zu kommen.

Die Note 3 hat nichts mit Zauberei zu tun. Sie ist, so meine ich, eine logische Konsequenz aus aufmerksamer Unterrichtsmitarbeit – und dazu gehört eben auch, Besprochenes mitzuschreiben. Eine solche Mitschrift – auch Thesenpapier oder Ergebnisprotokoll genannt – ist dann die Grundlage, auf der Du das Unterrichtsgespräch nachbereiten solltest.

Oft sind die Mitschriften wenig strukturiert oder Skizzen unübersichtlich. Das gilt es in Heimarbeit zu ändern. Indem Du das Unterrichtsthema Revue passieren lässt und es sorgfältig auf ein anderes Papier überträgst, gibst Du Deinem Gehirn die Möglichkeit, das Thema und die Methoden zu vertiefen. Es lohnt sich, denn sobald der Stoff den Weg ins Langzeitgedächtnis gefunden hat, wirst Du ihn fast problemlos in entschiedenen Situationen abrufen können: Etwa im Unterrichtsgespräch, wenn es darum geht, deinem Lehrer Argumente dafür zu liefern, sich für die Tendenz zur besseren Note zu entscheiden.

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7. Referate halten

Referatsthemen, beispielsweise zur Geisteswissenschaftlichen Pädagogik, werden besonders in höheren Jahrgängen verteilt, damit Schülerinnen und Schüler eigenständiges Erarbeiten eines Themengebietes üben. Schon bei der Wahl des Referatsthemas solltest Du ein paar Dinge beachten. Am Anfang kommt es auf ein gutes Gefühl bei dem Thema des Referates an. Wenn Du spontan ein paar Ideen oder Assoziationen hast, was Du für erwähnenswert hältst oder was für das Unterrichtsgespräch interessant sein könnte, dann ist das eine solide Grundlage. Möglicherweise verfügst Du sogar über vertieftes Wissen in einem Themenfeld, das Du im Referat als Experte verständlich erklären kannst. Aber auch dann, wenn Du dir vorstellen kannst, dich mit einem neuen Thema vertiefend auseinander zu setzen, kann es eine gute Wahl sein, sich für ein bestimmtes Referatsthema zu entscheiden. Die letztgenannte Option birgt in sich die Möglichkeit, dass Du dich aus deiner so genannten Komfortzone in eine bisher wenig erschlossene begibst. Dazu gehört eine Portion Mut und Vertrauen in deine Lernfähigkeit. Dies sind zwei wichtige Qualifikationen, die dir später im Studium oder Beruf wertvolle Chancen eröffnen können.

Sobald Du dich für ein Referatsthema entschieden hast, ist die Zeit für ein Brainstorming gekommen. Alles, was Du irgendwie für relevant erachtest, schreibst Du dir am besten auf einem großen weißen Blatt Papier auf. Diese Phase dient der Ideenfindung, weshalb Du deinem Gedankenfluss freien Lauf lassen kannst und alles, wirklich alles, unzensiert aufschreiben solltest. In einem zweiten Schritt sortierst Du deine Funde – am besten mit einer Mindmap – und kannst dadurch entscheiden, worauf Du dich bei deinem Referat konzentrieren möchtest. Die dritte Phase bildet die Recherche. Weil die Form des Referates auch auf zukünftiges Studium vorbereiten soll, ist es sinnvoll, sich auf seriöse Quellen zu beziehen und sie mit in das Referat einzubeziehen. Wissenschaftlich seriös sind im Allgemeinen fachspezifische Buchpublikationen, wenig seriös hingegen Internetquellen wie Wikipedia. Für welche Quellen Du dich auch entscheiden solltest, eines musst Du immer beachten: Quellen müssen klar gekennzeichnet sein (Zitate in Anführungsstrichen) und benannt werden. Am besten recherchierst Du gleich einmal – diesmal auch im Internet möglich – welche Maßstäbe für wissenschaftliches Arbeiten gelten.

Du kannst dir sicher sein, dass deine Lehrerin oder dein Lehrer es sehr begrüßen werden, wenn Du korrekt und klar erkennbar gut recherchierte Quellen in dein Referat mit eingefügt hast. Bei der Präsentation des Referates in der Klasse kommt es besonders auf eine klare Struktur an. Ihre Funktion ist, deinen Zuhörern eine Art roten Faden an die Hand zu geben, damit sie deinen Ausführungen problemlos folgen können.

Unverzichtbar ist eine Gliederung des Referatsthemas in ca. drei bis fünf Unterpunkte. Sie sind quasi die Überschriften oder Gliederungspunkte, die Du etwa auch im vorderen Teil fast jeden Sachbuches finden kannst. Denke daran, durch wohl dosierten und gut überlegten Medieneinsatz deinen Vortrag lebendig zu gestalten. Dafür ist weniger oft mehr: das gilt sowohl für die Anzahl der Folien als auch dafür, wie viele Informationen auf einer einzelnen Folie versammelt sind. Es macht hochgradig Sinn, so wenig Text wie möglich auf Folien zu schreiben, weil es verdammt schwierig ist, zugleich zu lesen und jemanden beim Sprechen zuzuhören.

Viel besser geeignet sind aussagekräftige Bilder oder Diagramme, die dasjenige, was Du gerade besprichst, sinnvoll veranschaulichen. Apropos Sprechen: Gute Sprecher wissen, wie wichtig es ist, so frei wie möglich zu sprechen. Ein abgelesenes Referat droht schnell langweilig herüberzukommen. Andererseits wirkt es im wahrsten Wortsinn ansprechend, wenn Du mit deinen Zuhörern Blickkontakt aufnimmst und lediglich als Gedankenstütze ein paar Karteikarten in Händen hältst. Am natürlichsten wirkt es, wenn Du Personen beim Sprechen anguckst. Blickkontakt signalisiert Aufmerksamkeit und zeigt Selbstbewusstsein – und das hast Du dir ja durch die gute Vorbereitung auf das Thema verdient.

Wenn Du dann im Anschluss noch ein oder zwei weiterführende Fragen formulierst, kannst Du sicher sein, dass das Unterrichtsgespräch in Gang kommt. Und das wiederum wird mit guten Noten honoriert. Solltest Du nicht alles sofort umsetzen können – auch okay. Wichtig ist, es zu probieren, denn selbst jeder brillante Redner ist durch die Schule der Übung gegangen.

Jan-Benedikt Kersting

Jan-Benedikt Kersting

Freiberuflicher Bildungscoach bei Creactivity-Solutions
Freiberufliche Tätigkeiten erfordern ein Höchstmaß an Flexibilität und Kreativität. Kombiniert mit fachlicher Kompetenz und Organisationsfähigkeit kann ich auch ihr Projekt ins Internet bringen. Oder sind Sie an Sprachkursen in Englisch und Deutsch interessiert? Dann kontaktieren Sie mich bitte über die Emailadresse: kontakt@bildungsadler.de
Jan-Benedikt Kersting

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