6 Vorschläge für einen Neubeginn

„Allem Anfang wohnt ein Zauber inne“, dichtete Hermann Hesse einst in seinem Gedicht Stufen. Etwas Neues beginnen erweitert den eigenen Horizont und trainiert auf vielfältige Weise dein Gehirn. Das sind zwei von vielen Vorteilen, die Lernen dir bringen kann. Wer sich neue Fähigkeiten, etwa eine Fremdsprache zu sprechen, aneignet, der ist auf dem Weg zu einem eigenständigen Lerner zu werden. Es macht hochgradig Sinn, sich unter den Bedingungen unserer heutigen Zeit die Fähigkeit, das Lernen zu lernen, anzueignen, um auch für die Zukunft neuen Herausforderungen zuversichtlich entgegen zu gehen.

In diesem Artikel stelle ich dir 6 Vorschläge für einen Neubeginn vor. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Finde deinen Neuanfang

Etwas Neues beginnen

Eine Fremdsprache lernen
Du könntest zum Beispiel eine neue Fremdsprache zu lernen beginnen. Erwiesenermaßen trainiert das Lernen einer fremden Sprache auf vielfältige Weise dein Gehirn. Sprachverstehen erfordert die Fähigkeit zum abstrakten Denken, etwa wenn du Grammatikregeln anzuwenden lernst. Es erweitert deinen Wortschatz, so dass du besser über dich und die Welt sprechen kannst. Je nach Sprachfamilie werden dir auch Verbindungen zwischen zuvor unterschiedlich erscheinenden Sprachen. Wer eine Fremdsprache lernt, erweitert den eigenen Horizont. Du erfährst etwas darüber, wie Menschen in anderen Ländern leben, welche kulturellen Eigenarten oder Universalien es gibt, nicht zuletzt auch, dass es mannigfaltige Perspektiven auf das, was wir Welt oder Selbst nennen, gibt. Der österreichische Sprachphilosoph Ludwig Wittgenstein hat einen klugen Satz über Sprache formuliert:

„Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.“ (Tractatus logico-philosophicus, Satz 5.6).

Es gibt für deutsche Muttersprachler mehrere Möglichkeiten, eine neue Fremdsprache zu erlernen. Sie sind unterschiedlich leicht bzw. schwer zu erlernen. Allgemein gilt, dass Sprachen der indogermanischen Sprachfamilie, worunter auch die romanischen Sprachen fallen, einfacher zu erlernen sind als solche, die nicht dieser großen Familie entstammen. Das hängt damit zusammen, dass Sprachen dieser Familie mehr Gemeinsamkeiten in Wortschatz und Grammatik aufweisen als solche, die außerhalb dieser Familie liegen.

Das wird deutlich etwa darin, dass viele Sprachen Ostasiens Piktogramme anstatt alphabetischer Zeichen verwenden. Sie sind strukturell anders aufgebaut als die Sprachen in Europa. Für welche Sprache du dich letztendlich entscheidest, hat viel damit zu tun, wofür du die Sprache konkret lernen möchtest. Dir darüber klar zu werden, wird dich zusätzlich zu den bereits genannten allgemeinen Vorteilen motivieren.

Wenn du beispielsweise vorhast, irgendwann einmal Südamerika zu bereisen, dann wirst du mit Spanisch oder Portugiesisch gut fahren. Für Afrika kann sich, je nach Region, Niederländisch oder Französisch als gute Grundlage eignen. Oder zieht es dich eher in den Norden Europas? Dann empfehle ich dir, die dem Deutschen und Englischen ähnlichen Sprachen Schwedisch, Dänisch oder Norwegisch zu lernen. Finnisch hingegen gilt als eine sehr komplexe Sprache, was unter Anderem mit der ausführlichen Deklination zu tun hat. Eigentlich unnötig zu erwähnen, dass gute Englischkenntnisse dich fast überall auf der Welt weiterbringen. Schau mal in meinem Artikel 3 Geheimnisse, wie Englisch lernen dich weiterbringt vorbei, um zu erfahren, wofür Englischlernen sich lohnt.

Das Wichtigste beim Sprachenlernen ist die Kontinuität: Es hat sich bewährt, besser oft ein bisschen als selten viel zu lernen – besonders beim Beginn des Sprachenlernens. Wie du dir sicherlich vorstellen kannst, ist es besonders wichtig zu wissen, welche Vokabeln es in der Sprache gibt. Ich habe dir im Artikel Vokabeln lernen: Finde deine passende Methode vier Methoden vorgestellt, die du für das Lernen einer Fremdsprache gebrauchen kannst.

Ein Gedicht schreiben
Ein Gedicht schreiben: Hast du das schon einmal ausprobiert? Es gibt sehr viele Möglichkeiten, Gedichte zu verfassen, die von klassischen über moderne Formen bis hin zu Songtexten reichen. Aller Anfang ist gar nicht schwer, wenn du dir bewusst machst, dass lyrische Sprache dein ganz persönlicher Ausdruck ist, der erst einmal gar nichts mit Kategorisierungen wie Richtig oder Falsch zu tun hat. Es kommt vielmehr darauf an, dass du deine eigene Sprachsensibilität entwickelst. Neben der ästhetischen Komponente kann dir das Gedichteschreiben sogar in der Schuhe weiterhelfen, wie du im Artikel Gedichte schreiben und als Lernhilfe nutzen erfährst.

Eine Sportart ausprobieren
Bewegung hilft nachweislich dabei, dein Gehirn zu trainieren. Es sind sowohl die Bewegungsabläufe als auch die zusätzliche Versorgung deines Gehirns mit Sauerstoff, die deinen Lernerfolg verbessern können. Wie wäre es mit Klettern, mit Badminton oder mit Ultimate-Frisbee? Das sind Sportarten, die auf vielfältige Weise deine Koordinationsfähigkeit, deine Wahrnehmung, deine Agilität und Bewegungsschnelle trainieren, was dir auch in anderen Lebensbereichen Vorteile bringen wird. Außerdem macht es riesigen Spaß, sich auszupowern oder mit anderen zusammen zu sporteln. Probier es einfach aus, denn auch in deiner Stadt wird es Angebote geben, die Spaß und dich fit machen.

Jonglieren
Ich habe angefangen zu jonglieren. Und nach einem Tag Übung hat es mit den ersten einfachen Würfeln schon recht passabel geklappt. Es war ein tolles Gefühl, die Bälle durch die Luft kreisen zu sehen. Nach ein paar Tagen haben dann auch die schwierigeren Würfe mit drei Bällen schon nicht mehr laienhaft ausgesehen, was mehr war als ich anfangs erwartet habe. Ich habe bemerkt, dass Jonglieren ganz besonders die Hand-Augen-Koordination trainiert. Es ist mit eines der effektivsten Arten, die Koordination zwischen deinen beiden Gehirnhälften zu fördern.
Für fortgeschrittene Jonglierende empfehle ich, beim Joggen zu jonglieren. Das lockert das Joggen ungemein auf und ist eine ganzheitliche Art des Sporttreibens.

Einen Klassiker lesen
Es gibt so viele Bücher, die zu lesen es wert sind. Ich habe Germanistik studiert und dabei neben deutschen Klassikern auch solche der europäischen Kulturgemeinschaft kennengelernt. Immer wieder faszinierend finde ich, wie Autoren wie Goethe es geschafft haben, zeitlose Werke der Weltliteratur zu erschaffen, die eben auch heute noch verstanden werden können. Ich habe eine Liste mit 6 Büchern, die Bildungsadler lesen sollten zusammengestellt. Auch für dich wird darin mindestens ein Buch dabei sein, mit dem du anfangen kannst.

Sich ein Instrument beibringen
Musik ist eine universale Sprache. Sie sich zu erschließen, ist eine Herausforderung für jeden Lerner. Das intensive Training, dessen es für die ersten Lieder bedarf, wird seine Wirkung nicht verfehlen. Es bilden sich vielfältige Verknüpfungen in deinem Gehirn, denn beim Spielen eines Instrumentes sind sowohl motorische, sensorische, assoziative und weitere Areale in deinem Gehirn aktiv. Sich selbst ein Instrument beibringen gehört auf jeden Fall zu denjenigen Projekten, die anspruchsvollen Bildungsadlern Freude bereiten kann.

Quellenangabe

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Wittgenstein, Ludwig: Tractatus logico-philosophicus.
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Jan-Benedikt Kersting

Jan-Benedikt Kersting

Freiberuflicher Bildungscoach bei Creactivity-Solutions
Freiberufliche Tätigkeiten erfordern ein Höchstmaß an Flexibilität und Kreativität. Kombiniert mit fachlicher Kompetenz und Organisationsfähigkeit kann ich auch ihr Projekt ins Internet bringen. Oder sind Sie an Sprachkursen in Englisch und Deutsch interessiert? Dann kontaktieren Sie mich bitte über die Emailadresse: kontakt@bildungsadler.de
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